An der Ostfront gaben deutsche Soldaten ihnen einen Namen, der bis heute bekannt ist: die Nachthexen. Gemeint waren sowjetische Frauen, die nachts mit langsamen Doppeldeckern Stellungen der Wehrmacht angriffen. Doch was machte diese kleinen Maschinen für deutsche Frontverbände so unangenehm? Wie versuchte die Luftwaffe sie zu bekämpfen?

Und wie groß war ihre tatsächliche militärische Bedeutung? Für viele deutsche Soldaten begann die Begegnung mit diesen Flugzeugen nicht mit einem Luftkampf, sondern mit einem Geräusch in der Dunkelheit. Nachts näherten sich sowjetische U2-Doppeldecker in geringer Höhe den deutschen Stellungen. Auf dem letzten Abschnitt konnten die Besatzungen den Motor drosseln oder zeitweise abschalten und im Gleitflug auf das Ziel zukommen.
Der sonst charakteristische Motorenlärm verschwand, zurück blieb nur das Geräusch der durch Verspannungen und Tragflächen strömenden Luft. Wenig später fielen die Bomben. Für die Soldaten der Wehrmacht war dabei nicht nur die Sprengwirkung entscheidend. Solche Angriffe konnten sich während einer Nacht immer wiederholen und damit Ruhe, Schlaf und den Ablauf hinter der Front erheblich stören.
Unter deutschen Soldaten entstanden verschiedene Bezeichnungen für die langsamen sowjetischen Maschinen. Der U2, der ab 1944 zu Ehren seines Konstrukteurs Nikolai Polikarpow als Po-2 bezeichnet wurde, erinnerte mit seinem Motorengeräusch manche an eine Nähmaschine. Andere Spitznamen spielten auf seine geringe Geschwindigkeit und sein scheinbar primitives Erscheinungsbild an. Dass ausgerechnet ein solcher Doppeldecker zu einer auffälligen Erscheinung an Teilen der Ostfront werden konnte, erschien zunächst widersprüchlich.
Die Luftwaffe setzte moderne Messerschmitt- und Focke-Wulf-Jäger ein. Deutsche Flakstellungen schützten wichtige Frontbereiche, Flugplätze und Versorgungspunkte. Und trotzdem gelang es den langsamen sowjetischen Maschinen immer wieder, nachts bis an ihre Ziele heranzukommen. Als deutsche Soldaten erfuhren, dass manche dieser Maschinen von Frauen geflogen wurden, entstanden zusätzliche Gerüchte.
In Frontgeschichten war von ehemaligen Gefangenen, besonderen Medikamenten oder Mitteln die Rede, die angeblich das Sehen bei Nacht verbessern sollten. Für solche Behauptungen gibt es keine belastbare Grundlage. Sie zeigen vielmehr, wie ungewöhnlich weibliche Kampfbesatzungen aus der Perspektive vieler Wehrmachtssoldaten erschienen. Während Frauen auch auf deutscher Seite in militärischen Hilfsdiensten eingesetzt wurden, gehörte eine Frau im Cockpit eines Bombers, die unmittelbar deutsche Stellungen angriff, nicht zum vertrauten Bild der deutschen Streitkräfte.
Die wirkliche Erklärung war wesentlich nüchterner und führte direkt in die militärische Krise der Sowjetunion im Jahr 1941. Seit dem Beginn des deutschen Angriffs am 22. Juni hatte die Rote Armee enorme Verluste an Soldaten, Flugzeugen und anderem Kriegsmaterial erlitten. Deutsche Panzerverbände waren weit nach Osten vorgestoßen, Leningrad war eingeschlossen, und im Herbst begann der Angriff der Heeresgruppe Mitte auf Moskau.
Die sowjetische Führung musste deshalb immer neue personelle Reserven mobilisieren. Dazu gehörten schließlich auch Frauen, die bereits vor dem Krieg fliegerische Erfahrungen gesammelt hatten. Eine entscheidende Rolle spielte Marina Raskowa. Sie gehörte zu den bekanntesten Fliegerinnen der Sowjetunion und setzte sich dafür ein, weibliche Luftfahrteinheiten aufzustellen.
Dafür existierte bereits eine personelle Grundlage. Der sowjetische Staat hatte den Flugsport vor dem Krieg stark gefördert, und über Organisationen wie Osoawiachim hatten auch zahlreiche junge Frauen Erfahrungen in Flugclubs gesammelt. Das bedeutete nicht, dass bereits fertig ausgebildete Kampfpilotinnen in großer Zahl zur Verfügung standen, aber in einer Situation, in der die Rote Armee dringend neues Personal benötigte, konnte auf einen Bestand von Frauen zurückgegriffen werden, die zumindest teilweise fliegerische Vorkenntnisse besaßen. Am 8.
Oktober 1941 regelte der Befehl des Volkskommissariats für Verteidigung mit der Nummer 0099 die Aufstellung weiblicher Fliegerverbände. Im Rahmen der Luftfahrtgruppe 122 entstanden drei unterschiedliche Regimenter. Das 586. Regiment wurde als Jagdfliegerverband aufgebaut.
Das 587. Regiment war ein Bomberregiment und setzte später die Pe-2 ein. Das 588. Regiment erhielt dagegen eine wesentlich einfachere Maschine, den U2.
Gerade dieser dritte Verband sollte später auf deutscher Seite unter dem Namen Nachthexen bekannt werden. Die Ausbildung fand in Engels an der Wolga statt und musste unter erheblichem Zeitdruck erfolgen. Ein Teil der jungen Frauen verfügte über Erfahrungen aus zivilen Flugclubs, andere besaßen wesentlich weniger Praxis. Doch selbst eine erfahrene Sportfliegerin war damit noch keine ausgebildete Frontpilotin.
Nachtflug, Navigation über unbekanntem Gelände, Bombenabwurf und das Verhalten unter Flugabwehrfeuer mussten erst erlernt werden. Ausbildungsabschnitte, für die unter Friedensbedingungen wesentlich mehr Zeit zur Verfügung gestanden hätte, wurden unter dem Druck der militärischen Lage stark verkürzt. Viele Angehörige des Regiments waren jung. Ein großer Teil befand sich ungefähr zwischen 17 und 26 Jahren.
Das spätere Bild einer Einheit, die von Anfang an aus außergewöhnlichen Kampfpilotinnen bestanden habe, ist deshalb irreführend. Das Regiment war vielmehr das Ergebnis einer beschleunigten Ausbildung unter den Bedingungen des Kriegsjahres 1941. Das Kommando über das 588. Nachtbomberregiment übernahm Jewdokija Berschanskaja.
Unter ihrer Führung entwickelte sich der Verband zu einer bemerkenswert konstant geführten Einheit. Von den drei aufgestellten Frauenregimentern nahm gerade das 588. eine besondere Entwicklung. Während sich die Zusammensetzung anderer Verbände im Verlauf des Krieges veränderte, blieb dieses Nachtbomberregiment vollständig weiblich.
Das galt nicht nur für Pilotinnen und Navigatorinnen, sondern auch für das technische Personal am Boden. Diese Frauen mussten die Maschinen warten, betanken, Bomben vorbereiten und dafür sorgen, dass ein gerade gelandeter Doppeldecker möglichst schnell wieder starten konnte. Später sollte genau diese Fähigkeit zu schnellen, wiederholten Einsätzen zu einem entscheidenden Bestandteil der Taktik werden. Für deutsche Soldaten war jedoch nicht nur der nächtliche Luftangriff ungewöhnlich.
Die bewaffnete sowjetische Frau wurde an der Ostfront von Beginn an durch eine besondere ideologische und militärische Wahrnehmung betrachtet. Dafür verwendeten deutsche Soldaten und Dienststellen unter anderem den abwertenden Begriff Flintenweib. Das Wort war älter als der Krieg gegen die Sowjetunion, erhielt dort aber eine neue Bedeutung. Eine sowjetische Sanitäterin konnte noch als medizinisches Personal wahrgenommen werden.
Eine Frau mit einem Gewehr, eine Scharfschützin oder später eine Pilotin in einem Kampfverband widersprach dagegen wesentlich stärker dem damals verbreiteten deutschen Bild von weiblicher Beteiligung am Krieg. Wie gefährlich diese Unterscheidung werden konnte, zeigte sich bereits kurz nach Beginn des Ostfeldzuges. Am 29. Juni 1941 ordnete der Oberbefehlshaber der 4.
Armee, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, an, feindliche Frauen in Uniform zu erschießen. Wenige Tage später stellte das Oberkommando des Heeres klar, dass uniformierte Angehörige der Roten Armee auch Frauen als Kriegsgefangene zu behandeln seien. Damit war der verbrecherische Befehl Kluges aufgehoben. Dennoch belegen weitere Quellen, dass sowjetische Soldatinnen auch danach einem erhöhten Risiko ausgesetzt waren, nach der Gefangennahme misshandelt oder getötet zu werden.
Besonders bewaffnete Frauen wurden in der nationalsozialistisch geprägten Wahrnehmung häufig als sogenannte Flintenweiber aus dem Bild eines regulären Kombattanten ausgegrenzt. Diese deutsche Wahrnehmung ist wichtig, um später auch den Namen Nachthexen richtig einzuordnen. Die Bezeichnung traf auf ein bereits vorhandenes Bild der bewaffneten sowjetischen Frau als ungewöhnlicher und in der NS-Propaganda stark dämonisierter Gegnerin. Als dann weibliche Besatzungen in langsamen Doppeldeckern Nacht für Nacht deutsche Stellungen angriffen, verbanden sich beide Eindrücke miteinander: die ungewöhnliche Einsatzweise des Flugzeugs und die Tatsache, dass Frauen in seinen offenen Kabinen saßen.
Dabei darf die Bekanntheit dieser Einheit nicht mit ihrer zahlenmäßigen Bedeutung verwechselt werden. Für die sowjetischen Streitkräfte insgesamt werden häufig ungefähr 800. 000 Frauen genannt, die während des Krieges in unterschiedlichen Formen militärischen Dienst leisteten. Doch diese Zahl bedeutet keineswegs, dass hunderttausende Frauen als Infanteristinnen oder Pilotinnen unmittelbar gegen die Wehrmacht kämpften.
Schon die statistischen Angaben unterscheiden sich erheblich. Für einzelne Kriegsjahre werden Größenordnungen von ungefähr 350. 000 Frauen für 1943, etwa 470. 000 für 1944 und ungefähr 460.
000 für 1945 genannt. Andere Berechnungen kommen auf ungefähr 490. 000 eingezogene Frauen, während weitergefasste Schätzungen höher liegen, wenn zusätzliche Bereiche der Luftverteidigung, rückwärtige Dienste oder Partisanen einbezogen werden. Für die militärische Einordnung ist deshalb entscheidend, welche Aufgaben diese Frauen tatsächlich erfüllten.
Sehr viele dienten in der Medizin, im Nachrichtenwesen, in der Flugabwehr, im Transport und in anderen Unterstützungsbereichen. Weibliche Scharfschützen, Fliegerinnen oder Angehörige von Panzerbesatzungen existierten tatsächlich, stellten aber einen wesentlich kleineren Teil dar. Das 588. Nachtbomberregiment war innerhalb dieser Gesamtzahl geradezu winzig.
Selbst auf dem Höhepunkt verfügte der Verband nur über eine begrenzte Zahl fliegender Besatzungen sowie das dazugehörige Bodenpersonal. Für einen deutschen Infanteristen an der Front spielte diese Statistik allerdings keine Rolle. Er erlebte nicht hunderttausende sowjetische Frauen gleichzeitig. Er erlebte vielleicht eine bestimmte Nacht, in der immer wieder das Geräusch eines langsamen Motors auftauchte, verschwand und kurz darauf Bomben in der Nähe einschlugen.
Nach dem Angriff konnte die Stellung zur Ruhe kommen, bis sich wenig später die nächste Maschine näherte. Genau deshalb konnte ein zahlenmäßig kleiner sowjetischer Verband in der Erinnerung deutscher Frontsoldaten eine wesentlich größere Präsenz entwickeln, als seine tatsächliche Größe vermuten lässt. Damit bleibt die entscheidende militärische Frage offen: Warum konnte ausgerechnet ein langsamer Doppeldecker aus Holz und Stoff gegen eine Armee eingesetzt werden, die über moderne Jagdflugzeuge, Flugabwehrgeschütze und erfahrene Frontverbände verfügte? Die Antwort liegt weder in einer geheimnisvollen Fähigkeit seiner Pilotinnen noch in einer angeblichen technischen Überlegenheit.
Sie liegt in den Grenzen des U2 selbst und in einer Taktik, die genau auf diese Grenzen zugeschnitten wurde. Um zu verstehen, warum diese Einsätze für deutsche Frontverbände überhaupt zu einem Problem werden konnten, muss man zunächst die Maschine betrachten. Der U2 war ursprünglich kein Kampfflugzeug. Der Ende der 1920er Jahre entwickelte Doppeldecker war als Schul- und Mehrzweckflugzeug gedacht.
Die einfache, mit Stoff bespannte Konstruktion, die offenen Cockpits und der luftgekühlte M-11-Motor standen in deutlichem Gegensatz zu modernen Kampfflugzeugen. Je nach Ausführung und Einsatzbedingungen lag die Geschwindigkeit ungefähr im Bereich von 130 bis 150 Kilometern pro Stunde. Ein deutscher Bf 109 konnte ein Mehrfaches davon erreichen. Auch Bombenlast und Schutz waren bescheiden.
Je nach Einsatz konnten verschiedene kleinere Bomben mitgeführt werden, die maximale Bombenlast lag bei ungefähr 350 Kilogramm. Eine einzelne Maschine konnte deshalb weder einen großen Verkehrsknotenpunkt vernichten noch eine deutsche Division durch einen einzigen Angriff ernsthaft schwächen. Gerade daraus entwickelte sich jedoch die besondere Einsatzweise. Der U2 musste nicht wie ein schwerer Bomber behandelt werden, weil seine Aufgabe eine andere war.
Die Flugplätze des Regiments konnten relativ nahe hinter der sowjetischen Front liegen. Die Maschinen benötigten keine langen Betonbahnen und konnten von einfachen Feldflugplätzen starten. Nach einem kurzen Einsatz kehrten die Besatzungen zurück, wurden neu mit Treibstoff und Bomben versorgt und starteten erneut. Unter günstigen Bedingungen waren während einer Nacht mehrere Einsätze derselben Besatzung möglich.
Im Sommer konnten es ungefähr sechs bis acht sein, im Winter unter bestimmten Bedingungen zehn bis zwölf. Für einzelne besonders intensive Nächte werden noch höhere Zahlen genannt. Die militärische Wirkung entstand deshalb nicht durch die Bombenlast eines einzelnen Flugzeuges, sondern durch die Wiederholung. Für einen deutschen Soldaten am Boden war genau dieser Unterschied entscheidend.
Ein schwerer Luftangriff konnte verheerender sein, hatte aber einen klareren zeitlichen Verlauf. Bei den leichten Nachtbombern bestand das Problem darin, dass nach dem ersten Angriff nicht unbedingt Ruhe eintrat. Eine Maschine konnte verschwinden, während bereits die nächste unterwegs war. Besonders in frontnahen Bereichen richteten sich solche Angriffe gegen Stellungen, Fahrzeugansammlungen, kleinere Depots, Gefechtsstände, Übergänge und andere Ziele, die mit einer begrenzten Bombenlast überhaupt sinnvoll angegriffen werden konnten.
Selbst wenn materiell wenig zerstört wurde, zwang der erneute Anflug die Soldaten dazu, Deckung zu suchen, Beobachtungsposten aufmerksam zu halten und die Flugabwehr erneut in Bereitschaft zu versetzen. Der bekannteste Teil der Taktik spielte sich unmittelbar vor dem Ziel ab. Die Besatzung näherte sich zunächst mit laufendem Motor. Auf dem letzten Abschnitt konnte die Pilotin die Motorleistung stark reduzieren oder den Motor zeitweise abschalten.
Der U2 verlor langsam Höhe und glitt auf das Ziel zu. Damit verschwand ein wichtiger Teil der akustischen Warnung. Erst kurz vor oder beim Bombenabwurf wurde für die Männer am Boden deutlich, wo sich die Maschine tatsächlich befand. Anschließend versuchte die Besatzung, den gefährdeten Bereich möglichst schnell und in geringer Höhe zu verlassen und den Motor wieder normal zu nutzen.
Dieses Verfahren war allerdings keine unsichtbare Wunderwaffe. Ein U2 konnte gehört, gesehen und beschossen werden. Bei klarem Himmel, Mondlicht oder richtig eingesetzten Scheinwerfern war die Maschine keineswegs verborgen. Das Ausschalten oder Drosseln des Motors machte sie auf dem letzten Abschnitt leiser, verwandelte sie aber nicht in ein lautloses Flugzeug.
Auch die häufig wiederholte Vorstellung, die Maschinen seien regelmäßig in dicht geschlossenen Formationen über deutsche Stellungen geglitten, vermittelt ein falsches Bild. Die Angriffe erfolgten normalerweise mit zeitlichem Abstand. Gerade bei Nacht wäre ein enger Verband langsamer Maschinen ohne moderne Navigationsausrüstung selbst zu einer erheblichen Gefahr geworden. Für die deutsche Flugabwehr entstand dadurch ein ungewöhnliches Zielproblem.
Die Wehrmacht war keineswegs schutzlos gegen langsame Flugzeuge. Maschinengewehre, leichte Flak, Scheinwerfer und andere Waffen konnten einen U2 zerstören, und die Konstruktion bot der Besatzung kaum Schutz. Doch ein kleines Flugzeug in der Dunkelheit zu hören war etwas anderes, als es rechtzeitig zu erfassen und wirksam zu beschießen. Ein Scheinwerfer musste die Maschine zunächst finden.
Die Flak musste ihre Flugbahn erkennen und das Feuer so führen, dass der langsame, niedrig fliegende Doppeldecker tatsächlich getroffen wurde. Gelang das, waren die Überlebenschancen der Besatzung begrenzt. Die geringe Geschwindigkeit erzeugte gleichzeitig ein weiteres Problem, das auf den ersten Blick paradox wirkt. Ein moderner deutscher Jäger war dem U2 technisch in nahezu jeder Hinsicht überlegen.
Ein Bf 109 oder eine Fw 190 konnte schneller steigen, schneller fliegen und verfügte über eine wesentlich stärkere Bewaffnung. Doch für einen Jagdflieger war ein sehr langsames Ziel in geringer Höhe nicht automatisch angenehm zu bekämpfen. Beim Angriff musste er seine Geschwindigkeit reduzieren, durfte das Ziel in der Dunkelheit nicht verlieren und musste gleichzeitig genügend Abstand zum Boden halten. Die Geschwindigkeit, mit der ein U2 problemlos weiterfliegen konnte, lag in einem Bereich, der für einen schnellen Jagdeinsitzer beim längeren Verfolgen zunehmend ungünstig wurde.
Das bedeutete nicht, dass deutsche Jagdflugzeuge den U2 grundsätzlich nicht abschießen konnten. Sie konnten es sehr wohl. Entscheidend war vielmehr, ob die Luftwaffe für die Jagd auf solche Maschinen geeignete Flugzeuge, Besatzungen und Führungssysteme bereitstellen wollte. An der Ostfront mussten deutsche Jagdverbände tagsüber sowjetische Flugzeuge bekämpfen, eigene Truppen schützen und zahlreiche andere Aufgaben erfüllen.
Gleichzeitig gewann die Verteidigung des Reichsgebietes gegen die britischen und später amerikanischen Bomberverbände immer größere Bedeutung. Die hochentwickelte deutsche Nachtjagd konzentrierte sich deshalb in wesentlich stärkerem Maße auf den Westen und die Reichsverteidigung als auf die Jagd nach einzelnen langsamen Doppeldeckern über der Ostfront. Hier lag ein wichtiger Teil des Erfolges der sowjetischen Nachtbomber. Nicht der U2 war technisch überlegen, sondern der Aufwand, ihn zuverlässig zu bekämpfen, konnte in einem ungünstigen Verhältnis zu seiner eigenen militärischen Bedeutung stehen.
Wollte die deutsche Seite einen frontnahen Bereich wirksam gegen solche Angriffe schützen, brauchte sie Scheinwerfer, Flak, Beobachtung und im günstigsten Fall spezialisierte Nachtjäger. All diese Mittel fehlten dann möglicherweise an anderer Stelle. Ignorierte man die langsamen Maschinen dagegen weitgehend, konnten sie ihre nächtlichen Störangriffe fortsetzen. Es war damit auch ein Problem der Verteilung knapper deutscher Ressourcen.
Die Ziele zeigen zugleich, wo die Grenzen dieser Methode lagen. Das Regiment war nicht dafür vorgesehen, mit wenigen Maschinen große operative Entscheidungen herbeizuführen. Die Besatzungen griffen unter anderem kleinere Depots, Fahrzeugkolonnen, Feuerstellungen, Übergänge und Truppenansammlungen an. Ein weiterer Zweck bestand darin, den Gegner während der Nacht unter Druck zu halten.
Gerade in Frontabschnitten, in denen deutsche Einheiten tagsüber kämpfen oder marschieren mussten, konnte wiederholter nächtlicher Alarm die Erholung erschweren. Die psychologische Wirkung darf dabei nicht mit der materiellen Wirkung verwechselt werden. Schlafmangel konnte eine Einheit belasten, aber ein gestörter Nachtschlaf vernichtete keine Division. Auch die Gesamtzahlen müssen deshalb vorsichtig eingeordnet werden.
Für das Regiment werden während des Krieges mehr als 23. 000 Kampfeinsätze und insgesamt ungefähr 3. 000 Tonnen abgeworfener Bomben angegeben. Hinzu kamen große Mengen kleiner Brandmittel.
Für einen Verband mit leichten Doppeldeckern ist das eine erhebliche Leistung. Im Maßstab der gesamten Ostfront war es dagegen begrenzt. Artillerieverbände, größere Bomberformationen und die gewaltigen Bodenoperationen beider Seiten bewegten völlig andere Mengen an Munition und erzeugten eine andere Zerstörungskraft. Die Bedeutung des Regiments lag deshalb weniger darin, große deutsche Verbände zu vernichten, sondern darin, mit einfachen Mitteln über lange Zeit eine sehr spezielle Aufgabe zu erfüllen.
Auch Angaben über zerstörte Fahrzeuge, Lager, Übergänge, Geschütze oder andere Ziele müssen entsprechend behandelt werden. Viele dieser Zahlen stammen aus sowjetischen Regimentsstatistiken und Einsatzmeldungen. Sie zeigen, welche Ergebnisse der Verband selbst meldete, sind aber nicht automatisch mit einer unabhängigen deutschen Verluststatistik gleichzusetzen. Bei Nacht war eine genaue Beurteilung der Wirkung ohnehin schwierig.
Eine Explosion im Zielgebiet bedeutete nicht zwangsläufig, dass ein bestimmtes Fahrzeug oder Geschütz tatsächlich zerstört worden war. Für eine historische Bewertung ist deshalb der dokumentierte Umfang der Einsätze verlässlicher als jede einzelne Abschuss- oder Zerstörungsmeldung. Für die Wehrmacht blieb die unmittelbare Antwort zunächst vor allem die bodengebundene Flugabwehr. Leichte Flak und Maschinengewehre waren für den U2 gefährlich, besonders wenn mehrere Waffen ihr Feuer konzentrieren konnten.
Noch gefährlicher wurden Scheinwerfer. Wurde eine Maschine im Lichtkegel erfasst, verlor sie einen großen Teil des Vorteils, den ihr die Dunkelheit gegeben hatte. Für die Besatzung begann dann ein Kampf gegen eine Kombination aus Licht und Feuer, bei dem die geringe Geschwindigkeit plötzlich wieder zu einem schweren Nachteil wurde. Der Doppeldecker besaß weder Panzerung noch eine robuste Metallstruktur, die zahlreiche Treffer hätte aufnehmen können.
Die sowjetischen Besatzungen reagierten darauf mit einer Einsatzweise, die möglichst wenig Zeit über dem eigentlichen Zielgebiet vorsah. Anflug, Orientierung, Bombenabwurf und Abflug mussten aufeinander abgestimmt sein. Die geringe Flughöhe konnte dabei helfen, erschwerte aber zugleich die Navigation und ließ bei einem Fehler wenig Raum zur Korrektur. Schlechtes Wetter, Nebel, Wind oder eine falsch eingeschätzte Position konnten ebenso gefährlich werden wie die deutsche Flak.
Die romantische Vorstellung eines beinahe lautlosen Fluges über hilflose deutsche Stellungen unterschlägt deshalb einen wesentlichen Teil der Realität. Jeder dieser Einsätze wurde in einem Flugzeug durchgeführt, das gegenüber konzentrierter Abwehr äußerst verwundbar war. Wie schnell sich die Lage verändern konnte, zeigte sich besonders deutlich im Sommer 1943 auf der Halbinsel Taman. Dort verlief die sogenannte Götenkopfstellung, von sowjetischer Seite häufig als Blaue Linie bezeichnet.
Deutsche und rumänische Verbände hielten diesen Brückenkopf nach dem Rückzug aus dem Kaukasus, während die Rote Armee versuchte, die Achsenkräfte weiter zurückzudrängen. Für das inzwischen zum 46. Garde-Nachtbomberregiment erhobene ehemalige 588. Regiment gehörte dieser Raum zu den intensivsten Einsatzgebieten des Krieges.
In der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1943 zeigte sich dort, was geschah, wenn die Luftwaffe einen spezialisierten Nachtjäger gegen die langsamen Doppeldecker einsetzen konnte. Oberfeldwebel Josef Kociok gehörte zu der Nachtjagdstaffel, die aus der 10.
Nachtjagdstaffel des Zerstörergeschwaders 1 hervorging und später im Nachtjagdgeschwader 200 aufging. Er flog eine Bf 110. Anders als ein schneller Jagdeinsitzer bot dieses zweimotorige Flugzeug bessere Voraussetzungen für einen kontrollierten Nachtangriff auf langsame Ziele. Für diese Nacht werden Kociok vier abgeschossene Po-2 zugeschrieben.
Auch die sowjetische Regimentsüberlieferung beschreibt den Verlust von vier Maschinen mit insgesamt acht Besatzungsmitgliedern und berichtet, dass die weiteren Starts für diese Nacht daraufhin eingestellt wurden. Für das Regiment war das ein schwerer Schlag. Vier Flugzeuge und acht Besatzungsmitglieder innerhalb einer Nacht zu verlieren, zeigte die Verwundbarkeit des gesamten Einsatzsystems. Die Besatzungen flogen zu dieser Zeit in der Regel ohne Fallschirme.
Erst später im Krieg wurden Fallschirme regelmäßig mitgeführt. Das sparte Gewicht, und bei den häufig geringen Einsatzhöhen war die Zeit für einen Absprung ohnehin knapp. Wurde ein mit Stoff bespannter U2 von einem Nachtjäger getroffen und geriet in Brand, blieb den Frauen in den offenen Cockpits nur wenig Zeit. Kociok war bereits am 31.
Juli 1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet worden. Die Verleihung darf deshalb nicht als unmittelbare Folge der erst in der folgenden Nacht erzielten Po-2-Abschüsse dargestellt werden. Später wurde für ihn im Zusammenhang mit diesen Einsätzen auch die Bezeichnung Hexenjäger verbreitet. Für die historische Einordnung ist jedoch weniger der Beiname als das taktische Ergebnis wichtig.
Die sowjetische Methode funktionierte besonders gut, solange die deutsche Seite nicht genügend spezialisierte Mittel gegen sie einsetzte. Sobald ein geeigneter Nachtjäger mit einer erfahrenen Besatzung in den richtigen Raum geführt wurde, verschob sich das Verhältnis sehr schnell. Der langsame Doppeldecker besaß dann kaum Möglichkeiten, sich einem gezielten Luftangriff zu entziehen. Die Ereignisse über der Halbinsel Taman widerlegen damit zugleich zwei vereinfachte Vorstellungen.
Die Nachthexen waren weder ein praktisch unverwundbarer Gegner, gegen den die Luftwaffe kein Mittel fand, noch waren ihre Erfolge lediglich das Ergebnis deutscher Unfähigkeit. Vielmehr ging es um Prioritäten. Die deutsche Führung musste entscheiden, wo knappe Nachtjagdkräfte eingesetzt wurden. Gegen die schweren britischen Bomberverbände über Deutschland konnte ein Nachtjäger möglicherweise eine Maschine mit mehreren Tonnen Bombenlast bekämpfen.
An der Ostfront jagte derselbe Flugzeugtyp unter Umständen einen Doppeldecker, der nur einen Bruchteil dieser Bombenmenge trug. Militärisch war die Frage deshalb nicht nur, ob der U2 abgeschossen werden konnte, sondern ob sich der notwendige Aufwand an genau diesem Ort lohnte. Nach den Verlusten auf der Halbinsel Taman verschwand das Regiment nicht. Seine Einsätze gingen weiter, doch der Vorfall hatte die Grenzen der bisherigen Methode deutlich gezeigt.
Die Besatzungen mussten deutsche Nachtjäger nun als konkrete Gefahr berücksichtigen. Gleichzeitig blieb die Flak während des gesamten Krieges eine der wichtigsten Bedrohungen. Das Regiment überlebte nicht deshalb, weil seine Maschinen technisch schwer zu zerstören gewesen wären, sondern weil es seine Einsatzweise an die jeweiligen Bedingungen anpasste und weil die deutsche Seite nicht an jedem Frontabschnitt gleichzeitig eine spezialisierte Nachtabwehr aufbauen konnte. Der eigentliche Kriegseinsatz hatte bereits im Juni 1942 begonnen.
Zunächst flog das Regiment im Süden der Ostfront. Mit der Verlagerung der Kämpfe in Richtung Kaukasus folgten Einsätze über dem Kubangebiet, der Halbinsel Taman und bei Noworossijsk. Im Februar 1943 erhielt der Verband den Gardestatus und wurde zum 46. Garde-Nachtbomberregiment.
Nach den Kämpfen auf der Halbinsel Taman kam die Ehrenbezeichnung Taman hinzu. Aus dem improvisiert wirkenden Frauenverband des Krisenjahres 1941 war damit eine reguläre und erfahrene Fronteinheit der sowjetischen Luftstreitkräfte geworden. Nach dem Rückzug der deutschen und rumänischen Truppen aus dem Kuban-Brückenkopf verlagerte sich der Einsatzraum weiter. Auf der Krim unterstützte das Regiment sowjetische Operationen und flog unter anderem Versorgungs- und Bombeneinsätze im Zusammenhang mit den Kämpfen um den Brückenkopf von Kertsch.
Gerade die Krim wurde zu einem der intensivsten Abschnitte seiner Einsatzgeschichte. Nach regimentsinternen Statistiken entfielen auf den Kaukasus ungefähr 2. 920 Einsätze, auf Kuban, Taman und Noworossijsk ungefähr 4. 623 und auf die Krim ungefähr 6.
140. Diese Zahlen zeigen bereits, dass das spätere Bild von den Nachthexen über der gesamten Ostfront zu pauschal ist. Der Verband war nicht gleichzeitig von Leningrad bis zum Schwarzen Meer aktiv. Sein Schwerpunkt lag lange im Süden.
Erst mit dem weiteren Vorrücken der Roten Armee verlagerte sich auch sein Einsatzgebiet nach Westen. In Weißrussland blieb die Zahl der Einsätze vergleichsweise gering. Später folgten Polen und schließlich Gebiete des Deutschen Reiches. Für Polen werden in der Regimentsstatistik ungefähr 5.
421 Einsätze genannt, für die Kämpfe auf deutschem Gebiet ungefähr 2. 000. Damit änderte sich auch die Perspektive der deutschen Soldaten, die diesen Maschinen begegneten. 1942 hatten die Frauen des Regiments noch gegen eine Wehrmacht operiert, die tief im sowjetischen Gebiet stand und im Süden weiter in Richtung Kaukasus vorging.
Zwei Jahre später begleiteten ihre Nachtangriffe den sowjetischen Vormarsch nach Westen. Schließlich flogen die Maschinen über Gebieten, die vor dem Krieg zum Deutschen Reich gehört hatten. Die letzten Einsätze führten den Verband in den Raum Danzig, Stettin und Swinemünde. Im Mai 1945 befanden sich seine Einsatzräume nur noch einige Dutzend Kilometer von Berlin entfernt.
Dieser Weg darf allerdings nicht als ununterbrochene Erfolgsgeschichte verstanden werden. Jede Einsatzperiode kostete Maschinen und Besatzungen. Die genaue Zahl der Verluste unterscheidet sich je nach Abgrenzung und Quelle. Eine Regimentsaufstellung nennt ungefähr 30 gefallene Angehörige und 28 verlorene Flugzeuge im Zusammenhang mit Kampfhandlungen.
Andere Darstellungen kommen auf ungefähr 30 getötete Fliegerinnen. Gelegentlich findet sich außerdem die Aussage, der Verband habe ungefähr ein Drittel seines fliegenden Personals verloren. Solche Angaben lassen sich nicht ohne Weiteres miteinander gleichsetzen, weil unterschiedliche Zeiträume und Kategorien verwendet werden. Gleichzeitig erreichten einzelne Besatzungen Einsatzzahlen, die aus deutscher Perspektive außergewöhnlich hoch erscheinen können.
Irina Sebrowa werden mehr als 1. 000 Kampfeinsätze zugeschrieben. Zahlreiche weitere Fliegerinnen kamen auf mehrere hundert. Ein direkter Vergleich mit deutschen Jagdfliegern oder mit Besatzungen schwerer Bomber wäre jedoch irreführend.
Ein typischer Einsatz des U2 konnte nur 30 bis 50 Minuten dauern, und in einer Nacht waren mehrere Starts möglich. Ein Einsatz bedeutete daher etwas völlig anderes als ein mehrstündiger Flug eines deutschen oder britischen Bombers tief über gegnerischem Gebiet. Die hohen Zahlen zeigen vor allem den extremen Rhythmus, in dem dieses Regiment arbeitete. Dieser Rhythmus war nur möglich, weil der Einsatz nicht mit der Landung endete.
Während die Besatzung sich auf den nächsten Flug vorbereitete, begann für die Frauen am Boden ein Wettlauf gegen die Zeit. Treibstoff musste nachgefüllt, Bomben mussten herangebracht und von Hand an den Maschinen befestigt werden. Kleinere technische Probleme mussten sofort erkannt und behoben werden. Auf einfachen Feldflugplätzen geschah das unter Bedingungen, die mit einem gut ausgebauten Luftwaffenstützpunkt wenig gemeinsam hatten.
Der eigentliche Vorteil des Regiments bestand deshalb nicht nur aus der Fähigkeit seiner Pilotinnen, nachts ein Ziel anzufliegen. Er bestand aus einem gesamten System, das darauf ausgerichtet war, dieselbe einfache Maschine innerhalb weniger Stunden immer wieder in die Luft zu bringen. Der Preis dafür war hoch. Nacht für Nacht mehrere Einsätze zu fliegen, bedeutete nicht nur Gefahr durch deutsche Flak und Nachtjäger, sondern auch dauerhafte körperliche Belastung.
Erinnerungen von Angehörigen des Regiments berichten von Erschöpfung, Schlafmangel und teilweise erheblichem Gewichtsverlust. Hinzu kamen schlechtes Wetter, technische Ausfälle und die ständige Möglichkeit eines Navigationsfehlers. Die Vorstellung, ein einfaches Flugzeug habe automatisch einen Vorteil bedeutet, trifft deshalb nicht zu. Die technische Einfachheit des U2 machte den Betrieb billig und flexibel, verlagerte aber einen erheblichen Teil der Belastung auf die Menschen, die ihn flogen und warteten.
Am Ende erklärt die Geschichte dieses Regiments deshalb nur einen kleinen Teil eines viel größeren Phänomens, das deutsche Soldaten an der Ostfront wahrnahmen. Die Frauen in den U2 waren besonders sichtbar, weil sie unmittelbar angriffen und weil ihre Einsatzweise einen einprägsamen deutschen Namen hervorbrachte. Doch neben diesen wenigen Flugbesatzungen standen hunderttausende andere sowjetische Frauen in Uniform, von denen ein Wehrmachtssoldat möglicherweise niemals etwas sah. Einige bedienten Flugabwehrgeschütze, andere arbeiteten als Funkerinnen oder Sanitäterinnen, wieder andere wurden als Scharfschützinnen eingesetzt.
Wenn man deshalb beantworten will, wie groß die Rolle sowjetischer Frauen im Krieg gegen Deutschland tatsächlich war, reicht die Geschichte der Nachthexen allein nicht aus. Entscheidend ist die Frage, welche dieser Frauen wirklich unmittelbar kämpften und welche Aufgaben sich hinter den oft genannten Hunderttausenden verbargen. Die häufig genannte Zahl von ungefähr 800. 000 Frauen vermittelt zunächst den Eindruck einer gewaltigen weiblichen Kampftruppe.
Doch für eine militärische Einordnung ist diese Zahl allein wenig hilfreich. Entscheidend ist, was unter Kämpfen verstanden wird. Eine Ärztin in einem Lazarett, eine Funkerin bei einem Stab, eine Bedienung eines Flugabwehrgeschützes und eine Scharfschützin an der Front gehörten alle zur sowjetischen Kriegsorganisation. Ihre Aufgaben, ihre Nähe zum unmittelbaren Kampf und die Wahrscheinlichkeit, einem deutschen Soldaten tatsächlich bewaffnet gegenüberzustehen, unterschieden sich jedoch erheblich.
Man muss deshalb mindestens vier Gruppen voneinander trennen. Die größte umfasst Frauen, die überhaupt in sowjetischen militärischen Strukturen dienten. Eine kleinere Gruppe befand sich im Bereich der kämpfenden Armeen und damit in unmittelbarer Nähe zur Front. Noch kleiner war die Zahl der Frauen, die selbst Waffen gegen deutsche Soldaten oder Flugzeuge einsetzten.
Und schließlich gab es jene besonders auffälligen Spezialverwendungen, die später das öffentliche Bild prägten: Scharfschützinnen, Pilotinnen, einzelne Panzerbesatzungen und andere Frauen in unmittelbar kämpfenden Funktionen. Die Nachthexen gehörten zu dieser letzten und zahlenmäßig kleinen Gruppe. Einen der größten weiblichen Personalanteile fand man im sowjetischen Sanitätswesen. Frauen stellten einen erheblichen Teil der Ärzte und Feldschere und praktisch den gesamten Bestand vieler pflegerischer Funktionen.
Für einen deutschen Soldaten konnte das zunächst wie eine klassische Unterstützungsaufgabe erscheinen. Doch an der Ostfront verlief die Grenze zwischen rückwärtigem Sanitätsdienst und unmittelbarer Kampfzone häufig nicht sauber. Sanitäterinnen begleiteten Einheiten in frontnahe Räume und bargen Verwundete teilweise unter Beschuss. Sie waren damit nicht automatisch Kämpferinnen im engeren Sinne, waren aber wesentlich näher am Gefecht, als der Begriff Sanitätsdienst vermuten lässt.
Anders lag der Fall bei der Flugabwehr. Hier wurden sowjetische Frauen in einer Größenordnung eingesetzt, die weit über die bekannten Fliegerregimenter hinausging. Für die sowjetische Luftverteidigung werden je nach Abgrenzung ungefähr 200. 000 bis 250.
000 Frauen genannt. Sie arbeiteten an Scheinwerfern, Horchgeräten, in Meldestellen und an Flugabwehrwaffen. Ein Teil dieser Verbände schützte Städte und Industriezentren, andere standen näher an militärisch wichtigen Räumen. Damit konnten deutsche Piloten Frauen als unmittelbaren Bestandteil der gegnerischen Luftverteidigung erleben, auch wenn sie deren Geschlecht aus dem Cockpit normalerweise gar nicht erkennen konnten.
Besonders bekannt wurde der Einsatz weiblicher Flugabwehrkräfte während der Kämpfe um Stalingrad. In populären Darstellungen entstand daraus später teilweise das Bild vollständig weiblicher Batterien, die deutschen Panzern geschlossen entgegengetreten seien. Für eine so pauschale Darstellung ist die Quellenlage jedoch zu unsicher. Sicher ist, dass Frauen in der sowjetischen Luftverteidigung in großer Zahl dienten und dass Flugabwehrgeschütze in der extremen Lage des Sommers 1942 auch gegen deutsche Bodenziele eingesetzt wurden.
Deshalb ist es plausibel, dass Frauen in solchen Verbänden unmittelbar in Bodenkämpfe gerieten. Daraus lässt sich aber keine allgemeine Aussage über rein weibliche Panzerabwehrstellungen bei Stalingrad ableiten. Noch größer war die Bedeutung von Frauen in der Nachrichtenübermittlung und in anderen Unterstützungsdiensten. Funk, Telefonverbindungen, Verkehrsregelung, Verwaltung und Transport waren für eine moderne Armee ebenso notwendig wie Panzer und Artillerie.
Je weiter die Rote Armee nach Westen vorrückte, desto größer wurden die Entfernungen, über die Befehle, Nachschub und Informationen bewegt werden mussten. Frauen übernahmen einen beträchtlichen Teil dieser Arbeit. Ein Wehrmachtssoldat, der bei einem Gegenangriff einen sowjetischen Stab oder eine Nachrichtenstellung erreichte, konnte deshalb durchaus auf Frauen in Uniform treffen. Das machte sie jedoch noch nicht zu Angehörigen einer weiblichen Frontinfanterie.
Viel unmittelbarer war der Kampfeinsatz der sowjetischen Scharfschützinnen. Hier existierte tatsächlich ein systematisches Ausbildungsprogramm. Die zentrale Frauenscharfschützenschule spielte eine wichtige Rolle. Insgesamt dienten mehrere tausend sowjetische Frauen als Scharfschützinnen.
Häufig wird für den Krieg eine Zahl von ungefähr 2. 484 eingesetzten weiblichen Scharfschützen genannt. Die zentrale Frauenscharfschützenschule selbst bildete nach ihren überlieferten Angaben mehr als 1. 000 Scharfschützinnen sowie mehrere hundert Ausbilderinnen aus.
Ein erheblicher Teil der an die Front geschickten Frauen fiel oder wurde verwundet. Die Bedingungen ihres Einsatzes waren gefährlich, weil Scharfschützen teilweise über längere Zeit in unmittelbarer Nähe der gegnerischen Linien operieren mussten. Einzelne Namen wurden später weit über die Sowjetunion hinaus bekannt, Ljudmila Pawlitschenko als prominentestes Beispiel, später auch Frauen wie Rosa Schanina. Ihre bestätigten oder gemeldeten Abschusszahlen machten sie zu geeigneten Figuren für die sowjetische Propaganda.
Trotzdem darf auch hier die Bekanntheit einzelner Personen nicht mit der Größenordnung verwechselt werden. Mehrere tausend ausgebildete Scharfschützinnen waren militärisch real und für die betroffenen deutschen Frontabschnitte durchaus relevant. Gemessen an Millionen Soldaten der Roten Armee waren sie jedoch eine kleine Gruppe. Die Wehrmacht kämpfte nicht gegen eine Armee von Scharfschützinnen, auch wenn einzelne deutsche Soldaten genau eine solche Gegnerin erlebt haben konnten.
Ähnlich verhielt es sich in der sowjetischen Luftwaffe. Die drei auf Initiative Marina Raskowas aufgestellten Frauenregimenter waren die sichtbarste Form, aber Frauen flogen auch in gemischten Verbänden. Das 586. Jagdfliegerregiment führte zahlreiche Einsätze durch und war an Luftkämpfen beteiligt.
Das 587. Bomberregiment, das später zum 125. Gardebomberregiment wurde, flog mit der Pe-2 mehr als 1. 000 Kampfeinsätze.
Im Unterschied zum langsamen U2 war die Pe-2 ein moderner zweimotoriger Bomber. Deutsche Jagdflieger konnten damit auf weibliche sowjetische Besatzungsmitglieder treffen, ohne während des Luftkampfes überhaupt zu wissen, wer in der gegnerischen Maschine saß. Gerade daran wird ein Unterschied zur deutschen Luftwaffe deutlich. Frauen waren auch im deutschen Kriegssystem in großer Zahl tätig.
Mit zunehmender Dauer des Krieges übernahmen sie unter anderem Aufgaben im Nachrichtenwesen und in der Luftverteidigung des Reiches. Flakhelferinnen und andere weibliche Hilfskräfte wurden besonders in den letzten Kriegsjahren immer wichtiger, weil dadurch Männer für andere militärische Aufgaben frei wurden. Die Luftwaffe stellte jedoch keine mit den sowjetischen Frauenregimentern vergleichbaren regulären weiblichen Kampfverbände auf, deren Besatzungen systematisch Bombenangriffe auf den Gegner flogen. Für viele deutsche Soldaten und Flieger blieb eine sowjetische Frau in einer solchen Rolle deshalb etwas Ungewöhnliches.
Noch seltener waren Frauen in sowjetischen Panzereinheiten. Einige Fälle sind gut bekannt, gerade weil sie Ausnahmen darstellten. Marija Oktjabrskaja wurde durch ihre Geschichte als Panzerfahrerin bekannt. Alexandra Samussenko diente ebenfalls bei den sowjetischen Panzertruppen.
Solche Biografien sind historisch bemerkenswert, eignen sich aber nicht als Beleg dafür, dass Frauen in großer Zahl sowjetische Panzer besetzten. Für einen deutschen Panzergrenadier oder Panzerfahrer blieb die Wahrscheinlichkeit, einer weiblichen sowjetischen Panzerbesatzung gegenüberzustehen, äußerst gering. Auch der Versuch, Frauen in größeren geschlossenen Infanterieformationen einzusetzen, änderte dieses Verhältnis nicht grundlegend. Es existierte eine erste selbstständige Frauen-Freiwilligen-Schützenbrigade, doch daraus entstand keine dauerhafte Struktur weiblicher Infanteriedivisionen.
Die sowjetische Führung setzte Frauen wesentlich stärker dort ein, wo bestimmte Fähigkeiten gefragt waren oder wo männliches Personal ersetzt werden konnte, ohne das gesamte Organisationsmodell der Armee verändern zu müssen. Medizin, Nachrichtenwesen und Luftverteidigung boten dafür wesentlich größere Möglichkeiten als die klassische Infanterie oder die Panzertruppe. Das erklärt einen scheinbaren Widerspruch in deutschen Berichten. Einerseits konnten Soldaten der Wehrmacht immer wieder auf sowjetische Frauen in Uniform treffen.
Andererseits bestand die Masse der sowjetischen Frontverbände weiterhin aus Männern. Beides ist gleichzeitig richtig. Frauen waren innerhalb der sowjetischen Kriegsorganisation ein Massenphänomen, aber ihre Verteilung war extrem ungleich. In bestimmten Bereichen konnten sie einen erheblichen Anteil des Personals stellen.
In einem gewöhnlichen Schützenregiment oder einer Panzerbrigade sah die Situation völlig anders aus. Hinzu kamen Frauen in den sowjetischen Partisanenverbänden. Ihre genaue Zahl hängt erneut davon ab, welche Organisationen und Zeiträume berücksichtigt werden. Sicher ist, dass zehntausende Frauen in unterschiedlichen Funktionen innerhalb der Partisanenbewegung tätig waren.
Sie arbeiteten als Verbindungspersonen, Sanitäterinnen, Aufklärerinnen und teilweise auch als bewaffnete Kämpferinnen. Für deutsche Sicherungsverbände im besetzten Hinterland entstand dadurch eine andere Situation als für eine Panzerdivision an der eigentlichen Front. Dort konnte eine Frau in Zivil ebenso Teil eines Widerstandsnetzes sein wie eine unbeteiligte Bewohnerin. Die deutsche Besatzungs- und Partisanenbekämpfung verschärfte deshalb zusätzlich das bereits vorhandene Misstrauen gegenüber sowjetischen Frauen.
Der Begriff Flintenweib vermischte viele dieser Unterschiede. Er konnte eine bewaffnete Rotarmistin bezeichnen, wurde aber zugleich durch ideologische Vorstellungen über den sowjetischen Gegner geprägt. Aus einer militärisch sehr heterogenen Gruppe entstand in der deutschen Wahrnehmung leichter ein einheitliches Feindbild. Eine Sanitäterin, eine Scharfschützin und eine Pilotin gehörten jedoch militärisch zu völlig verschiedenen Kategorien.
Gerade bei Gefangennahmen konnte diese fehlende Unterscheidung schwerwiegende Folgen haben. Bewaffnete sowjetische Frauen liefen Gefahr, nicht wie gewöhnliche Kriegsgefangene behandelt zu werden, sondern als besonders verdächtige oder illegitime Gegnerinnen zu gelten. Für die historische Betrachtung der Ostfront ist deshalb auch die oft genannte Zahl von ungefähr 800. 000 Frauen nur dann sinnvoll, wenn ihre Zusammensetzung erklärt wird.
Sie beschreibt keine weibliche Armee, die neben der männlichen Roten Armee existierte. Sie beschreibt die Fähigkeit des sowjetischen Staates, während eines extrem verlustreichen Krieges zusätzliche personelle Reserven in sehr unterschiedlichen Funktionen zu mobilisieren. Ein großer Teil dieser Frauen ersetzte Männer in Bereichen, in denen diese anschließend für andere Aufgaben zur Verfügung standen. Andere Frauen wurden direkt in Funktionen eingesetzt, die sie selbst in die Nähe oder mitten in das Gefecht brachten.
Aus militärischer Sicht funktionierte dieses System besonders dort, wo eine klar begrenzte Aufgabe mit verfügbarer Ausbildung und vorhandener Technik verbunden werden konnte. Die Luftverteidigung benötigte enorme Mengen an Personal. Das Sanitätswesen musste Millionen Verwundete versorgen. Nachrichtenverbindungen mussten rund um die Uhr funktionieren.
Ein leichter Nachtbomber konnte von einer relativ kleinen Besatzung geflogen und mit begrenztem technischem Aufwand immer wieder eingesetzt werden. In solchen Bereichen konnte die Mobilisierung von Frauen unmittelbar zusätzliche militärische Kapazität schaffen. Wesentlich schwieriger war es, daraus eine breite weibliche Kampftruppe des ersten Treffens zu entwickeln. Infanteriedienst bedeutete lange Märsche mit schwerer Ausrüstung, hohe Verluste und eine Organisationsstruktur, die vollständig auf männliche Wehrpflichtige ausgerichtet war.
Panzertruppen verlangten technisch ausgebildete Besatzungen und arbeiteten in einem System, dessen Personalbedarf im Vergleich zur gesamten Armee zwar kleiner, dessen Ausbildung aber spezialisiert war. Die sowjetische Führung hatte deshalb wenig Anlass, diese Strukturen vollständig umzubauen, solange Frauen in anderen Bereichen einen größeren militärischen Nutzen bringen konnten. Genau hier unterscheidet sich die Realität vom späteren Symbol. Die sowjetische Propaganda konnte eine erfolgreiche Scharfschützin oder Pilotin herausstellen, weil eine einzelne Person eine verständliche Geschichte bot.
Auf deutscher Seite konnte dieselbe Frau zum Beweis für eine angeblich fremdartige sowjetische Kriegsführung werden. Beide Perspektiven vergrößerten die Sichtbarkeit einer zahlenmäßig kleinen Gruppe. Hunderttausende Frauen, die Verwundete versorgten, Telefonleitungen bedienten, Flugzeuge warteten oder in der Luftverteidigung arbeiteten, waren für solche Erzählungen weniger geeignet und verschwanden deshalb leichter aus der späteren Erinnerung. Die Nachthexen sind dafür vielleicht das deutlichste Beispiel.
Ein einziges Nachtbomberregiment erhielt einen Namen, der Jahrzehnte später noch bekannt ist. Seine Einsätze waren real, seine Verluste waren real, und die Belastung deutscher Frontverbände durch wiederholte Nachtangriffe war ebenfalls real. Doch aus dieser Sichtbarkeit darf nicht geschlossen werden, dass weibliche Kampffliegerinnen an der gesamten Ostfront eine große zahlenmäßige Rolle spielten. Das 46.
Garde-Nachtbomberregiment war gerade deshalb außergewöhnlich, weil solche Einheiten außergewöhnlich blieben. Nach dem Ende der Kämpfe verlor diese militärische Ausnahme schnell ihre praktische Funktion. Das Regiment wurde im Herbst 1945 aufgelöst. Viele seiner Angehörigen kehrten in ein ziviles Leben zurück, und die Erinnerung an ihre Einsätze entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten weiter.
Aus dem deutschen Frontnamen Nachthexen wurde zunehmend ein international bekanntes Symbol. Dabei verschwammen teilweise die Grenzen zwischen dokumentierter Einsatzgeschichte, Erinnerung der Veteraninnen und späterer populärer Darstellung. Für die Soldaten der Wehrmacht, die diese Maschinen tatsächlich erlebt hatten, war die Situation wesentlich konkreter gewesen. Sie hatten keinen Mythos vor sich, sondern einen langsamen sowjetischen Doppeldecker mit kleiner Bombenlast, der nachts in geringer Höhe erschien und möglicherweise mehrmals zurückkam.
Die Luftwaffe und die deutsche Flak besaßen Mittel, ihn zu bekämpfen, konnten diese Mittel aber nicht überall gleichzeitig konzentrieren. Wo spezialisierte Nachtjäger eingesetzt wurden, zeigte sich schnell, wie verwundbar der U2 war. Wo diese Mittel fehlten, konnte ein technisch veraltetes Flugzeug seine besondere Aufgabe erstaunlich lange erfüllen. Genau dieses Verhältnis zwischen geringer technischer Leistung, begrenzter taktischer Aufgabe und hohem Einsatzwillen erklärt den militärischen Kern der Geschichte besser als jede Legende.
Die Nachthexen waren deshalb weder eine geheimnisvolle sowjetische Wunderwaffe noch lediglich eine Erfindung der späteren Erinnerungskultur. Das Regiment existierte, flog nach seiner eigenen Einsatzstatistik mehr als 23. 000 Kampfeinsätze und nutzte eine Nachtkampftaktik, die unter bestimmten Bedingungen wirksam war. Gleichzeitig blieb seine Wirkung taktisch begrenzt.
Ungefähr 3. 000 Tonnen Bomben über den gesamten Krieg waren für einen leichten Verband beachtlich, entschieden aber keine große Operation an der Ostfront. Artillerie, Panzerverbände und die Masse der sowjetischen Luftstreitkräfte bewegten sich in völlig anderen Größenordnungen. Auch die Frage nach den sowjetischen Frauen im Krieg verlangt dieselbe Unterscheidung.
Hunderttausende Frauen trugen Uniform und waren ein wichtiger Bestandteil der sowjetischen Kriegsorganisation. Die meisten von ihnen waren jedoch keine Infanteristinnen und keine Panzerfahrerinnen. Sie dienten vor allem in der Medizin, in der Luftverteidigung, im Nachrichtenwesen und in zahlreichen Unterstützungsfunktionen. Frauen mit dem Scharfschützengewehr, im Cockpit eines Kampfflugzeuges oder in einem Panzer waren real, blieben aber eine Minderheit innerhalb dieser wesentlich größeren Mobilisierung.
Gerade deshalb blieb ein kleiner Verband wie das Garde-Nachtbomberregiment so stark in Erinnerung. Für deutsche Soldaten verbanden sich dort zwei ungewöhnliche Erfahrungen. Ein langsames Flugzeug, dessen nächtliche Angriffe mit den üblichen Mitteln nicht immer bequem zu bekämpfen waren, und Frauen, die unmittelbar als bewaffnete Gegnerinnen auftraten. Daraus entstand der Name Nachthexen.
Hinter diesem Namen standen jedoch keine übernatürlichen Fähigkeiten, sondern eine sehr konkrete Realität der Ostfront: eine Sowjetunion, die nach den katastrophalen Verlusten von 1941 immer neue personelle Reserven mobilisierte, und eine Wehrmacht, die dadurch auch Gegnern begegnete, die nicht in ihr bisheriges Bild vom Krieg passten.